Ist Training auf leeren Magen schädlich?

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Matze vom Muskelaufbau1 Team August 9, 2013 0
Ist Training auf leeren Magen schädlich?
Im Prinzip hört es sich so praktisch an: Morgens gleich nach dem Aufstehen eine kleine Trainingseinheit einlegen und anschließend zur Arbeit gehen. Auf ein Frühstück wird aus Zeitgründen dann gerne verzichtet. Aber ist das wirklich so sinnvoll? Kann es nicht sogar schädlich sein, wenn Du mit nüchternem Magen Sport treibst?

Geheimwaffe Nüchterntraining: Sinn oder Unsinn?

Wahre Mythen ranken sich um das sogenannte Nüchterntraining. Bei den Kenianern werde es beispielsweise vor Marathonläufen schon lange praktiziert, denn auf diese Weise würde die Fettverbrennung effektiv angekurbelt. Ein kleines Fünkchen Wahrheit steckt auch durchaus in dieser These. Tatsächlich ist es ja so, dass der Körper quasi gezwungen wird, die Energie für das Training aus den Fettdepots zu holen, sofern keine Kohlenhydrate über die Nahrung zugeführt werden. Nur leider funktioniert der menschliche Organismus ein wenig komplexer.

Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass nach dem Schlaf noch ausreichend Glykogen in den Muskeln gespeichert ist, da sich der Körper nachts vorwiegend von den Glykogenvorräten in der Leber bedient. Das bedeutet also, dass die benötigte Energie aus den Muskeln geholt wird, was sicherlich für einen Sportler nicht gerade erstrebenswert ist. Insofern ist ein Training auf nüchternen Magen also mehr als umstritten und nicht unbedingt zu empfehlen.

Und plötzlich zittern die Knie …

Wenn Du mit völlig leerem Magen trainierst, riskierst Du eine schwere Unterzuckerung, die je nach Ausmaß sogar richtig gefährlich werden kann. Leichte Symptome einer Unterzuckerung sind beispielsweise zitternde Knie, starkes Schwitzen und Herzjagen. Im schlimmsten Fall kann es aber auch zu Sehstörungen und bedrohlichen Krampfanfällen kommen. Während des Trainings purzelt Dein Blutzuckerspiegel rasant in den Keller: Gesund ist das auf keinen Fall!

Und es gibt noch ein weiteres Argument, das gegen ein Training auf nüchternen Magen spricht. Dein Körper wandelt nämlich das Eiweiß im Blut in Glukose um, was letztendlich zu einer Schwächung des gesamten Immunsystems führen kann. Du wirst plötzlich bedeutend anfälliger für verschiedene Infektionen und merkst, dass Du nach dem Training immer längere Regenerationszeiten benötigst.

Sei clever und gönn Dir ein gesundes Frühstück!

Die beschriebenen Punkte bedeuten nun natürlich nicht, dass Du gleich morgens Unmengen an Nahrung verzehren sollst. Ganz im Gegenteil, die Zauberformel für ein ausgewogenes und sinnvolles Frühstück vor dem Training lautet nämlich: leicht, aber bitte kohlenhydratreich! Eine hochwertige Müslimischung, eine Banane, Cornflakes … mit diesen Nahrungsmitteln tust Du Dir selbst einen Gefallen, denn Dein Körper wird Dir mit einer verbesserten Leistungsfähigkeit danken.

Er kann beim Training auf diese zugeführte Energie zugreifen und wird nicht gezwungen, die Reserven in den Muskeln anzugreifen. Wichtig ist natürlich auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Hier empfehlen sich vor allem Saftschorlen, Wasser oder auch Tee. Gegen eine Tasse Kaffee am frühen Morgen ist natürlich auch nicht einzuwenden.

Wer es dennoch tun will: Vorsichtig herantasten!

Wer die Methode Nüchterntraining dennoch einfach mal ausprobieren möchte, sollte es zumindest langsam angehen lassen. Einmal pro Woche ein Training auf nüchternem Magen muss gerade in der Anfangszeit ausreichen. Außerdem sollte das jeweilige Training nie länger als 30 bis maximal 60 Minuten (Höchstgrenze!) dauern. Dauert es aus verschiedenen Gründen trotzdem länger, musst Du nach spätestens einer Stunde damit beginnen, Deinem Körper Kohlenhydrate zuzuführen!

Vollkommen leer darf Dein Magen aber dennoch nicht sein: Trink zumindest ein Glas Wasser oder eine gut verdünnte Schorle. Wer es auf eine maximale Fettverbrennung anlegt, kann sich auch einen starken Kaffee oder einen Espresso gönnen, denn Studien haben gezeigt, dass das “schwarze Gold” den Fettstoffwechsel am Morgen ankurbeln kann.




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