Interview mit Thomas Bluhm

Deine Sportliche Meinung

User Bewertung: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
4,00 von 5 Punkten, basieren auf 4 abgegebenen Stimmen.
Loading...Loading...

Matze vom Muskelaufbau1 Team Juni 13, 2012 0
Name: Thomas Bluhm | Jahrgang: 1984 | Wohnsitz: Berlin | Web: www.got-big.de & www.diewahrheituebermuskelaufbau.com

Wer bist Du und was machst Du?

Hey Matze,
zunächst einmal vielen Dank für die Gelegenheit mich in diesem Interview vorzustellen.
Mein Name ist Thomas Bluhm, ich bin zertifizierter Fitness Trainer, Buchautor und der eine oder andere kennt mich vielleicht von meinem Blog namens Bodybuilding 2.0.

Ich betreibe seit über 14 Jahren leidenschaftlich gern Bodybuilding und bin durch die verschiedensten, körperlichen Stationen gegangen. Begonnen hat alles mit bescheidenen 62kg Körpergewicht, die nach 4 Jahren Training auf 111kg anwuchsen. Mein Höchstgewicht lag bei 112. Momentan wiege ich durchtrainierte 90kg.

Mittlerweile lasse ich es ruhiger angehen und konzentriere meine Bemühungen auf einen gesunden, leistungsfähigen und attraktiven Körper.

Dank meiner jahrelangen Trainingsaufzeichnungen, dem Studium diverser Fitness-Literatur, der Trainer Lizenz und nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Experimente am eigenen Körper hat sich ein enormer Wissensschatz über Muskelaufbau und Fettverbrennung angesammelt, welchen ich in meinem Blog und meinen Ratgebern weitergebe.

Da ich mich oft darüber geärgert habe, dass so viele Athleten ihre ganze Energie und ihre gesamten Bemühungen in ihr Training stecken, aber dennoch kaum oder nur sehr wenig Erfolg mit ihrem Körper haben, entstanden meine Ratgeber. Diese habe ich gebündelt und daraus ein Komplettpaket geschnürt, dass den Namen “Die Wahrheit über Muskelaufbau” trägt.

Die Wahrheit deshalb, weil ich damit aus dem Wirrwarr an Informationen DIE Fakten herausgefiltert habe, die wirklich funktionieren. Ich selbst setze jeden Tag dieses Wissen mit Erfolg um und unzählige, begeisterte Kunden sprechen für sich :-)

Wann hast du mit Bodybuilding angefangen und warum?

Mit circa 13 Jahren (das war 1997) habe ein paar Hanteln bekommen. Jungs in diesem Alter wollen stark sein und beeindrucken. Also hatte auch ich begonnen zuhause zu trainieren. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Es waren einfache, verchromte 10kg Hanteln mit denen ich irgendwelche Verrenkungen gemacht habe. Als Training konnte man das nicht wirklich bezeichnen :-)

Kurze Zeit später fragte mich meine Mutter, ob ich denn nicht Lust hätte sie ins Fitness Studio zu begleiten. Sie hat seit ihrer Geburt starke Hüftprobleme und sollte unterstützenden Muskelaufbau betreiben. Klar, ich war also dabei.

Arnold Schwarzenegger wurde dann spontan als Vorbild auserkoren und selbstverständlich trainiere ich auch nach seinem Plan. Was im Nachhinein betrachtet natürlich total falsch war. Dementsprechend war ich auch enttäuscht, als ich nach 6 Monaten Training GAR NICHTS erreicht hatte.

Doch so schnell wollte ich nicht aufgeben und stieß kurze Zeit später auf die Mike Mentzer und Heavy Duty. Aus 3 Stunden Training wurden 30 Minuten und in Kombination mit etwas neu gelerntem Ernährungswissen ging es dann richtig los.

Thomas Bluhm Pose 2008

Thomas Bluhm Front Pose 2008

Was motiviert Dich bei diesem Sport?

ALLES… Ich bin ein visueller Typ und liebe schöne Dinge.

Bodybuilding ist der einzige Sport auf dieser Welt, bei dem man die Leistung am Körper ablesen kann. Hinzu kommt, dass niemand sich einen schönen Körper erkaufen oder erschummeln kann. Es gehören viele Entbehrungen, viel Schweiss und viel Geduld dazu.

Diese Punkte grenzen Bodybuilder klar von anderen Sportlern ab und machen sie besonders. Jeder Mensch möchte besonders sein. Manche piercen oder tätowieren sich, ich mache Bodybuilding.

Und nicht zuletzt ist der Aufbau von Muskeln enorm praktisch (wenn man mal Möbel rücken muss…) und gesundheitsfördernd ;-)

Bodybuilding ist eine Sportart, die man ganzheitlich betreiben muss. Es ist eine Einstellung, ein Lebensstil. Man kann Bodybuilding nicht einfach mal so nebenbei machen. Und mit etwas Training 3 Mal in der Woche ist es leider auch nicht getan. Man muss danach essen, schlafen und leben.

Das fasziniert mich und trägt dazu bei, dass ich seit über 14 Jahren diesem Sport die Treue halte.

Wie sieht bei dir eine Standard Trainingswoche aus?

Die meiste Zeit des Jahres trainiere ich nach einem schlichten 4er Split-Trainingsplan.

Folgend liste ich einen solchen Plan auf, um den Lesern deines Blogs einen Eindruck von meinem Training zu vermitteln:

Montag:
• Brust
• Trizeps

Dienstag:
• Rücken
• Bauch

Donnerstag:
• Beine
• Waden

Freitag
• Bizeps
• Schultern

Zu jeder Übung führe ich 3 Sätze und zwischen 6 und 12 Wiederholungen aus.

Im Moment trainiere ich jedoch etwas anders, um Schwächen und Stärken auszugleichen.

Thomas Bluhm im August 2011

Thomas Bluhm im August 2011

Wie Ernährst du dich?

Da ich im Moment auf Diät bin, ernähre ich mich sehr kohlenhydratarm, esse moderat Fett und viel Eiweiß.

Die besten Resultate erziele ich, wenn ich meine Kalorien und meine Nährstoffe genau dokumentiere.

Aus diesem Grund notiere ich jeden Tag, was und wie viel ich gegessen habe. Das erlaubt mir die exakte Kontrolle über meine Ernährung zu behalten.

Und wer sich schon etwas länger mit dem Thema Ernährung auseinander setzt, der weiß, wie wichtig die Ernährung ist.

Leider habe ich es nie geschafft mit einer intuitiven Ernährungsweise Erfolge zu erzielen. Jede Mahlzeit und jede Kalorie ist bei mir genau geplant. Würde ich dies nicht tun, würde ich sehr schnell und sehr heftig über die Stränge schlagen und dick werden.

Eine kontrollierte Vorgehensweise ist mein “Erfolgsgeheimnis”. Ich lege sie jedem ans Herz, der Probleme mit zu viel Speck an den Hüften hat.

Was vielleicht erstaunlich erscheint, ist die Tatsache, dass ich keinen festen Ernährungsplan habe. Ich habe lediglich ein Tagesbudget an Kalorien und Nährstoffen, welches ich im Voraus mit passenden Nahrungsmitteln “fülle” und dann über den Tag verteilt esse.

Was für Supplemente verwendest Du?

Meine Sportnahrungszufuhr ist sehr begrenzt und beschränkt sich auf ein gutes Whey Protein (ich empfehle jedem das ESN Designer Whey… einfach lecker), Kre-Alkalyn (das Original von EFX) und einem Multivitamin -und Multimineral-Präparat.

Das reicht vollkommen aus und ist eigentlich schon mehr als genug ;-)

Wer ist dein größtes Vorbild?

Als ich richtig mit dem Bodybuilding begonnen hatte, war es Dorian Yates. Seine unglaubliche Muskelmasse und seine Trainingsethik haben mich fasziniert. Und natürlich Jay Cutler.

Ich habe Jay zum ersten Mal in einer Muscle & Fitness Zeitschrift gesehen. Ich glaube das war 1999 oder 2000. Damals war Jay noch absolut unbekannt. Ich fand ihn aber so cool, dass ich mir sogar seine Frisur zulegte.

Heute ist es Tim Ferriss, dessen ungewöhnlicher Denkansatz und Experimente ich bewundere.

Was möchtest du in 5 Jahren erreicht haben?

Ich möchte gesund, leistungsfähig und energiegeladen sein und circa 90kg bei circa 10% Körperfett wiegen.

Und ich möchte, dass meine Ratgeber in so viele Hände wie möglich kommen, um so möglichst vielen Menschen zu helfen attraktiver, gesünder und fitter zu werden!

Drei wertvolle Tipps von Dir für unsere Leser?

Ich denke die 3 wichtigsten Punkte, wenn seinen Körper zum Positiven verändern möchte (ganz egal ob Muskelaufbau oder Fettverbrennung) sind folgende:

1. Durchhaltevermögen
2. Fokus
3. Stil

Lass mich kurz erklären, was ich damit meine.

Durchhaltevermögen ist wohl der wichtigste Punkt überhaupt. Niemand wird von heute auf morgen 10kg mehr Muskelmasse zulegen. Der menschliche Körper braucht Zeit, um zu wachsen. Ich sehe viele, sehr viele Athleten bei mir im Fitness Studio kommen und gehen. Wenn nach wenigen Wochen keine Ergebnisse zu sehen sind, sieht man sie nie wieder.

Nur wer jeden Tag, jede Woche und das 365 Tage im Jahr mit seinem Kopf beim Sport ist, wird hervorragende Erfolge ernten. Eine Woche Zwangspause kann bereits 4 Wochen Trainingsrückstand bedeuten.

Wer mir nicht glaubt, dass Durchhaltevermögen der Nummer 1 Erfolgsfaktor ist, dem bitte ich einfach den muskulösesten Typen im Fitness Studio anzusprechen und ihn zu fragen, wann er das letzte Mal Pause gemacht hat. Du wirst über seine Antwort erstaunt sein ;-)

Fokus beutet sich nicht von seinem Vorhaben abbringen zu lassen und strikt seiner Linie treu zu bleiben. Man ist umgeben von tausenden Ablenkungen und Verführungen. Es gibt hunderte Trainingspläne, unzählige Trainingssysteme -und Methoden und eine schier unüberschaubare Anzahl an Sportnahrungspräparaten.

Wer jeder Verführung nachgeht und ständig seine Linie verlässt, läuft Gefahr sich zu verzetteln. Es sind die einfachsten Dinge der Welt, die hervorragend funktionieren, aber es ist unglaublich schwer das zu glauben und diesen Treu zu bleiben.

Sehr viele Athleten, die ich betreue, ändern ständig ihren Trainingsplan oder möchten Trainingssystem X ausprobieren. Ok, daran ist nichts auszusetzen, aber man verschwendet damit Zeit und Energie in diese hineinzufinden, nur um dann festzustellen, dass sie doch nicht so cool sind.

Und hier sind wir schon bei Punkt 3, dem eigenen Stil.

Es ist außerordentlich wichtig eine eigene Lösung zu finden. Ich rate jedem, der mit dem Training beginnt, sich einen Trainingsplan herauszusuchen, der Spaß macht und diesem dann kompromisslos und fast blind treu zu bleiben.

Das sorgt dafür, dass man fokussiert bei der Sache bleibt und vor allem das nötige Durchhaltevermögen aufbringt.

Nur der eigene Körper sagt, was wirklich funktioniert und was nicht. Es sind nicht Fitnesszeitschriften, Trainingssysteme oder Sportnahrungshersteller, sondern es ist NUR der eigene Körper.

Wenn man sich den Erfolg vom 6 fachen Mr Olympia Dorian Yates anschaut, werden alle 3 Punkte sehr deutlich. Viele meinen er trainierte nach HIT-Prinzipien (Hochintensitätstraining). Das ist aber falsch. Er erstellte sich seinen eigenen Trainingsplan (der eigene Stil) auf der Grundlage seiner Bedürfnisse und blieb diesem kompromisslos treu (Fokus). Hinzu kam, dass er jeden Tag und das über Jahre hinweg immer wieder das gleiche Training und die gleichen Ernährungsweise befolgte (Durchhaltevermögen).

Dein Motto?

“Spaß haben!”

Wer keinen Spaß am Training oder der Ernährung hat, macht entweder etwas falsch oder sollte die Sportart wechseln.

Ich denke Spaß ist das Grundelement aller Dinge, die wir tun.

In diesem Sinne.

Have Fun

Thomas

>>>Wer mehr über Thomas Bluhm erfahren will klickt hier<<<




hinterlasse einen Kommentar »

You must be logged in to post a comment.