Kann oder soll ich jeden Tag trainieren?

Deine Sportliche Meinung

User Bewertung: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
5,00 von 5 Punkten, basieren auf 1 abgegebenen Stimmen.
Loading...Loading...

Matze vom Muskelaufbau1 Team November 19, 2013 2
Kann oder soll ich jeden Tag trainieren?
Eigentlich hört es sich ja vollkommen einleuchtend an: Je mehr Du trainierst, umso besser und erfolgreicher ist auch Dein Muskelaufbau. Gönnst Du Dir also keinen Ruhetag in der Woche, kannst Du Dich schon bald über einen absolut durchtrainierten und muskulösen Traumbody freuen. Wirklich? Leider ist diese These viel zu schön, um wahr zu sein! Wenn es um einen gezielten Muskelaufbau geht, gilt nämlich viel mehr die Regel “Weniger ist mehr”. Trainierst Du jeden Tag, tust Du Deinem Körper nichts Gutes, ganz im Gegenteil: Du riskierst sogar eine Überbelastung, die unter Umständen sogar schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben kann.

Die größte Fitnesslüge: tägliches Training

Noch immer rennen unzählige Kraftsportler Tag für Tag ins Fitnessstudio, um sich so richtig zu schinden und das Äußerste aus dem Körper herauszuholen. Spätestens nach ein paar Monaten stellen sie dann aber frustriert fest, dass sich der gewünschte Erfolg überhaupt nicht einstellt. Wie kann das bloß sein?

Ganz einfach: Dein Körper braucht regelmäßige Ruhephasen, um zu regenerieren und Muskeln aufzubauen. Es ist noch immer ein weitverbreiteter Irrglaube, dass die Muskelmasse während des Trainings zunimmt. In Wahrheit wachsen Muskeln nämlich nur in den Ruhephasen … und eventuell noch während des Nachtschlafs. Der Grund dafür ist eigentlich ganz einfach.

Regenerieren, reparieren und superkompensieren

Ob Du es willst oder nicht: Mit jedem Training verletzt Du auch ein wenig Deine Muskulatur. Winzige Mikrorisse, die sich innerhalb Deiner Muskelfasern bilden, müssen daher vom Körper wieder repariert werden. Dies kann aber nur in den Ruhephasen geschehen, wenn keine oder nur wenig Energie gebraucht wird.

Und nicht nur das: Dein Organismus nutzt die Erholungszeit, um die Muskeln auch gleichzeitig zu verstärken (Superkompensation), damit sie auf kommende Belastungen besser vorbereitet sind. Angenommen Du gönnst Dir nach einem besonders intensiven Training keinen Tag Pause, sondern legst nach einigen Stunden Schlaf gleich wieder mit Deinen Übungen los: Damit reißt Du Deinen Körper aus der dringend benötigten Regeneration, so dass es nicht zu der eigentlich doch sehr angestrebten Superkompensation, also dem Verstärken der Muskeln, kommt. Vergiss also das Märchen vom täglichen Training, das noch immer in einigen Fitnesscentern und Hochglanzmagazinen kursiert!

Tägliches Training nur dann, wenn …

Ja, es gibt eine kleine Ausnahme: Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du Dir auch eine tägliche Dosis Training gönnen, auch wenn dies unter Experten nicht ganz unumstritten ist. Allerdings darfst Du niemals an zwei aufeinanderfolgenden Tagen dieselben Muskelgruppen beanspruchen! Gönne jeder Muskelgruppe eine Pause von mindestens 48 Stunden und gestalte Deinen Trainingsplan entsprechend abwechslungsreich.

Ohne einen guten Trainingsplan ist dieses Vorhaben ohnehin schon zum Scheitern verurteilt, denn selbst erfahrene Sportler verlieren in der Hektik des Alltags schon einmal die Übersicht, wann sie zuletzt welche Muskeln trainiert haben. Vergiss also grundsätzlich niemals, auf eine ausreichende Balance zwischen Training und Ruhephasen zu achten und beanspruche die einzelnen Muskelgruppen nach einem guten und durchdachten Trainingsplan.

Von Halbwahrheiten und Gerüchten nicht beeinflussen lassen
Manche Mythen sterben einfach nie aus, und dazu gehört auch die Legende vom täglichen Training. Sogar prominente Muskelberge aus der Filmtraumfabrik in Hollywood brüsten sich gerne öffentlich damit, ihren Body an sieben Tagen in der Woche zu Höchstleistungen anzutreiben. Lass Dich von solchen Halbwahrheiten nicht beirren und gönne Deinem Körper seine wohlverdienten Regenerationsphasen. Er wird es Dir mit einem effektiven Muskelaufbau danken.




2 Kommentare »

  1. Penny Dezember 18, 2013 at 8:45 pm -

    Zu diesem Thema habe ich eine Frage:

    Soweit ich es bisher verstanden habe, kann man die krafttrainingsfreien Tage durchaus für Ausdauersport nutzen. Wie sieht das aus, wenn ich einen knappen Tag nach dem Beintraining laufen will. Störe ich dann damit auch die Regeneration, oder ist das aufgrund der anders gelagerten Belastung vertretbar?

  2. Reiner August 21, 2014 at 5:03 pm -

    Hi Matze,

    ich kann die Tipps aus dem Artikel durch eigene Erfahrungen nur unterstreichen. Als ich damals mit dem Krafttraining angefangen bin, habe ich auch fast jeden Tag ganz motiviert trainiert. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass sich im Muskelaufbau nicht so recht die Erfolge zeigten, die ich erwartet hätte und hätte fast wieder aufgehört. Ich habe mir dann eine Menge Trainingstipps aus Büchern angelesen und erst dann begonnen, weniger zu trainieren und die Ruhephasen für die beanspruchten Muskelgruppen einzuhalten. Erst durch diese Maßnahme und noch einige Umstellungen in der Ernährung wurde der Muskelaufbau dann zufriedenstellend.

hinterlasse einen Kommentar »

You must be logged in to post a comment.