Mehr Muskeln, mehr Fett?

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Matze vom Muskelaufbau1 Team März 14, 2011 0
Mehr Muskel mehr Fett  Muskelaufbau Traingingsplan

Mehr Muskeln aufgebaut und doch mehr Fett? Wie ist das möglich?

Endlich ist der innere Schweinehund überwunden! Mehr Bewegung ist angesagt und Sport heißt das große Zauberwort. Das Fett soll schließlich weg. Also Körperfettwaage raus, ab ins Fitness-Studio und los…. Nach ein paar Tagen steigen wir wieder auf die Körperfettwaage, doch was ist passiert? Die Fitness hat sich gesteigert, aber von „Fett weg“ keine Spur. Im Gegenteil, allem Anschein nach ist es mehr als vorher. War jetzt alles umsonst?

Zur Beruhigung sei erst einmal gesagt, dass wenn der gesunde Mensch neben der sportlichen Betätigung auf gesunde Ernährung achtet, es auch gleichzeitig zum Fettabbau kommt. Aber warum zeigt die Körperfettwaage diesen Wert falsch an? Das Problem ist, dass die Genauigkeit der Körperfettwaagen von vielen Faktoren abhängt. Hierzu erst einmal eine kurze Erklärung, wie eine herkömmliche Körperfettwaage funktioniert.

Die Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA) wird neben der Messung des Flüssigkeitshaushaltes

bei Lebewesen, auch zur Bestimmung des Körperfettanteils eingesetzt. Diese Messung erfolgt mittels Wechselstrom. Mit zwei Elektroden wird im Körper ein elektromagnetisches Feld erzeugt und ein elektrisches Signal wandert durch den Körper. Dieser schwache Strom wird nun durch mehrere Gewebestrukturen geschickt, wie z. B. Sehnen, Knochen, Muskeln und Fett. Ist der Widerstand größer, so ist der Fettanteil hoch, wobei Muskeln den Strom schneller weiterleiten. Das liegt daran, dass der Wasseranteil in den Muskeln weitaus höher ist, als im Körperfett.

Es gibt allerdings mehrere Faktoren, die das Messergebnis verfälschen. Wird z. B. unmittelbar vor der Messung Wasser getrunken, oder ein Duschbad genommen, so wird die Waage einen geringeren Fettanteil anzeigen. Auch eine volle Blase beeinflusst das Messergebnis.

Im Gegensatz dazu bewirkt eine Dehydrierung (Wassermangel) des Körpers genau das Gegenteil.

So sollte eine Körperfettmessung nicht direkt nach einem Training, oder erhöhtem Alkoholgenuss durchgeführt werden. Auch die Hornhautbildung, sowie das vorherige Eincremen, oder Waschen von Händen und Füßen, beeinflusst das Messergebnis.

Wir schließen also daraus, dass das Messergebnis bei herkömmlichen Körperfettwaagen in der Regel ungenau ist. Das ist aber kein Grund zur Verzweifelung. Um ein annähernd korrektes Ergebnis zu erzielen ist es empfehlenswert die Messung immer zur gleichen Tageszeit durchzuführen. Z. B am Morgen, nach dem Toilettengang, aber vor dem Duschen. Wichtig ist auch ein fester Stand, sodass beide Füße gleich belastet werden.

Noch bessere Ergebnisse kann man erzielen, wenn man an drei aufeinander folgenden Tagen eine Messung durchführt und aus den gemessenen Werten einen Mittelwert erstellt. Dann cirka eine Woche Pause einlegen und wieder eine Messserie starten.

Zum Schluss sei erwähnenswert, dass es verschiedene Methoden zur Körperfettmessung gibt. Die in den Haushalten weit verbreitete Fuß/Fuß Messung ist wie schon erwähnt, sehr ungenau. Etwas genauer ist die Fuß/Fuß-Hand/Hand Messung. Hierzu verwendet man eine so genannte Säulenwaage. Die Genauigkeit hängt aber auch hier wieder von vielen Faktoren ab.

Ein sehr genaues Ergebnis liefert die Unterwasserwägung, die letztendlich aber sehr aufwendig ist. Hierzu bedient man sich der Erkenntnis, dass Fett mehr Auftrieb hat. Wie sagt man im Volksmund? „Fett schwimmt oben“. Mittels des Unterwassergewichtes, sowie des normalen Gewichtes wird nun über viele Rechenwege der Körperfettanteil bestimmt.

Die vielleicht einfachste, aber genaueste Methode festzustellen ob die „Fettschmelze“ eingesetzt hat, ist immer noch ein Zentimetermass. Alle 14 Tage Oberschenkel, Bauch und Hüfte messen, liefert es uns doch immer noch die besten Ergebnisse.




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