Werde ich durch das Training ungelenkig?

Deine Sportliche Meinung

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Klicke auf einen Stern um deine Bewertung abzugeben)
Loading...Loading...

Matze vom Muskelaufbau1 Team Oktober 16, 2013 0
Werde ich durch das Training ungelenkig?
Es gibt Gerüchte, die kursieren bereits seit Jahren durch unzählige Fitnesscenter und sorgen dort gerade unter Anfängern für große Unsicherheit. Ein solcher Mythos betrifft beispielsweise die Behauptung, dass regelmäßiges und intensives Training auf Dauer steif und ungelenkig macht. Was ist dran an dieser Legende?

Das Märchen von der Unbeweglichkeit

Wer dieses Gerücht einst in die Welt gesetzt hat, ist unbekannt. Tatsache ist allerdings, dass es sich hierbei weitestgehend um ein Märchen handelt. Weitestgehend deshalb, weil es bei der Beantwortung der Frage hauptsächlich auf die Art Deines Trainings ankommt. Trainierst Du falsch, musst Du mit der Zeit damit rechnen, wirklich etwas unbeweglich zu werden.

Mit einem vernünftigen Trainingsplan und einer stets korrekten Ausführung Deiner Übungen wird Dir dies aber nicht passieren. Aber wie soll das in der Realität aussehen? Ganz einfach: Unbeweglichkeit entsteht ja in den meisten Fällen durch eine Verkürzung der Muskulatur. Damit es dazu überhaupt nicht erst kommt, ist es wichtig, dass Du den gesamten Bewegungsradius des jeweiligen Gelenkes bei der entsprechenden Übung miteinbeziehst.

Unglaublich, aber wahr: Richtiges Krafttraining erhöht sogar die Beweglichkeit!

Wie gesagt, diese These gilt aber nur dann, wenn Du den kompletten Radius innerhalb der Übung ausnutzt. Um als Beispiel Kniebeugen anzuführen: Kniebeugen werden im Idealfall immer so tief wie möglich ausgeführt. Wichtig: Die Lendenwirbelsäule darf dabei nicht gebeugt werden! Kommst Du bei dieser Übung anfangs nicht besonders weit nach unten, hilft ein ganz einfacher Trick: Stelle die Beine etwas weiter auseinander!

Du wirst mit Erstaunen feststellen, dass Du die Kniebeugen mit der Zeit ganz leicht und immer tiefer ausführen kannst, so dass das Auseinanderstellen der Beine irgendwann nicht mehr nötig sein wird. Dies Empfehlung gilt aber nur für den Fall, dass Du keine Gelenkbeschwerden hast. Ein weiteres Beispiel ist das Bankdrücken.

Dabei kannst Du die Hantel bedenkenlos bis zur Brust führen. Du musst keineswegs stoppen nur weil Dein Ellbogen einen Winkel von etwa 90 Grad erreicht hat: Dein Gelenk ist nämlich in der Lage, ohne Überdehnung ein ganzes Stück weiterzugehen!

Mit Stretching und Dehnübungen zum Erfolg

Muskelverkürzungen entstehen nicht von heute auf morgen. Wenn Du allerdings jahrelang falsch trainierst, kann es unter Umständen zu dieser unschönen Begleiterscheinung kommen. Bei den meisten Sportlern, die über eine gewisse Unbeweglichkeit klagen, handelt es sich allerdings viel eher um ein Bewegungsdefizit. Und dies entsteht, weil sich die Muskeln mit der Zeit an einen relativ geringen Bewegungsradius gewöhnt haben. Stretching und Dehnübungen sollten also jederzeit feste Bestandteile Deiner Trainingsroutine sein!

Zu einer “echten” Muskelverkürzung kommt es zudem fast immer bei Menschen, die die meiste Zeit des Tages in sitzender Haltung am Schreibtisch verbringen oder beim Radfahren und Joggen andauernden Belastungen ausgesetzt sind. Gewöhne es Dir also am besten an, nach jeder Trainingseinheit einige Dehnübungen auszuführen. Dies hätte nämlich gleich noch einen weiteren positiven Effekt: Deine Muskeln werden besser durchblutet und können anschließend leichter und schneller regenerieren!

Unbeweglich durch Weichteilblockaden?

Wenn Du Deinen Muskeln irgendwann einmal im Weg bist, hast Du vermutlich bereits jede Menge Muskelmasse aufgebaut. Wirklich unbeweglich wirst Du dadurch aber nicht. Es kann höchstens passieren, dass sich beim Sitzen auf einem unpassenden Stuhl oder Autositz ein etwas unangenehmes Gefühl bemerkbar macht oder Du Dich irgendwann nicht mehr selbst am Rücken kratzen kannst.

Bis dieser Zustand aber erreicht wird, dauert es viele Jahre, in denen Du extrem hart und intensiv an Deinem Body gearbeitet hast. Die meisten Extrem-Kraftsportler, die davon betroffen sind, nehmen diese Begleiterscheinung auch mehr oder weniger mit Stolz in Kauf. Denn sie ist ja schließlich ein eindrucksvoller Beweis für einen wirklich durchtrainierten Traumkörper.




hinterlasse einen Kommentar »

You must be logged in to post a comment.